800-jähriges Bestehen Effelders

Im Jahr 2015 kann Effelder auf 800 Jahre Geschichte zurückblicken.

Dieses Jubiläums soll im Rahmen einer Festwoche vom 29. Mai bis 7. Juni gefeiert werden. Alle interessierten Bürger, die sich an der Ausgestaltung beteiligen möchten, sind herzlich eingeladen, Ideen zu entwickeln, besonders für den Festumzug und den Bauernmarkt. Gerne werden auch Anmeldungen (Bügermeisteramt) für einen Festwagen oder einen Verkaufsstand auf dem Bauernmarkt bzw. für einen offenen Hof entgegengenommen.

Die geplanten Veranstaltungen sind auf der Homepage der 800-Jahr-Feier zu finden!
800 Jahre Effelder

Hier gelangt man zur offiziellen Homepage der Feierlichkeiten für das Jubiläum 800 Jahre Effelder.


Geschichte des "Eichsfelder Doms" zu Effelder

Die alte Pfarrkirche:
Zwischen 1717 und 1724 wurde die alte Pfarrkirche, eine schlichte, dem heiligen Albanus geweihte Barockkirche, erbaut. Über das Krüppelwalmdach ragte ein etwa 22 Meter hoher Zwiebelturm. Mit einer Länge von 24 Metern und einer Breite von 12 Metern bot es kaum ausreichend Platz für die steigende Einwohnerzahl Effelders. Nach einem Blitzschlag und dem damit verbundenen Feuer brannte diese aber am 26. Januar 1890 komplett nieder. In den Jahren bis zur Fertigstellung der neuen Kirche wurde der Saal der Gemeindeschenke als provisorischer Ort für Gottesdienste eingerichtet und genutzt.

Die St. Albanus Pfarrkirche - der "Dom des Eichsfeldes":
Bis zur Initalisierung des Neubaus vergingen einige Jahre, was zum Einen am zunehmenden Alter des damaligen Pfarrers, zum Anderen aber auch an Unstimmigkeiten hinsichtlich von Bauzuschüssen lag. Die Gemeinde entschied sich schließlich, den Kirchenneubau auf eigene Kosten zu tragen, u.a. um eigene Vorstellungen, wie mehr Helligkeit im Innnenraum, besser umsetzen zu können. Am 28. Februar 1892 wurde die Baugenehmigung erteilt, etwa ein jahr später, am 4. Mai 1893, feierte man die feierliche Grundsteinlegung. Die Bauarbeiten schritten zügig voran, so dass die Kirche am 6. November 1894 durch Weihbischof Dr. Augustin Gockel aus Paderborn feierlich eingeweiht werden konnte. 1895 konnte der 56 Meter hohe Turm fertiggestellt werden.

Architektur

Allgemein:
Die St. Albanus Pfarrkirche ist eine dreischiffige Hallenkirche im neugotischen Stil, die vom bekannten Kirchenbaumeister Paschalis Gratze, welcher auch die Bauleitung übernahm, entworfen wurde. Das Gebäude misst etwa 20 Meter in der Breite und etwa 42 Meter in der Länge. Die Scheitelhöhe des Gewölbes liegt bei 13,5 Metern.

Innenausstattung:
Im Chorraum befand sich ein gotischer Flügel- oder Engelaltar. In ihm wurden Reliquien des heiligen Ewalds und der heiligen Severina aufbewahrt. Im vorderen rechten Seitenschiff befand sich hinter den anfangs noch offenen Seitenspitzbögen der Vierzehn-Nothelfer-Altar. Im vorderen linken Seitenschiff stand ein St.-Josefs-Altar. Die alte Kanzel, an der vorderen linken Säule im Hauptschiff, war mit Holzschnitten des Heilands und der vier Evangelisten gestaltet. Auf einem Baldachin darüber befand sich eine Figur des heiligen Johannes. [Seit dem Jahr 1935 ist die Kirche mit einer Heizung ausgestattet.] Eine Orgel (vom bekannten Orgelbauer Krell aus Duderstadt) wurde im Jahr 1898 eingebaut. Mit den Jahren wurde sie auf die hintere Mittelempore versetzt, erweitert und schließlich zwischen 1993 und 1997 einer Generalinstandsetzung (durch Orgelbaumeister Karl Brode, Heiligenstadt) unterzogen. Zwischen 1924 und 1928 schuf Georg Kemper den farbigen Majolika-Kreuzweg, der sein wohl größtes und schönstes Werk ist. Die Ausmalungen der Kirche begannen 1921 durch den süddeutschen Kirchenmaler Norbert Krohmer, von dessen Werk nur die Darstellung des jüngsten Gerichts (erste mittlere Gewölbekappe) erhalten ist. 1960 erfolgte im Rahmen der Kirchenrenovierung ein neuen Anstrich, u.a. das große Wandbild im linken Seitenschiff (von Joseph Richwien), welches durch das Öffnen der Spitzbögen 1999 nicht erhalten werden konnte.

Umgestaltungen:
Zwischen 1959 und 1965 wurden, angeregt durch Empfehlung des II. Vatikanums, zahlreiche (teilweise umstrittene) Baumaßnahmen im Inneren der Kirche durchgeführt. Man entfernte den alten Putz und isolierte die Außenwände mit Platten. Der Altarraum wurde angehoben, die Altäre und die Kommunionbank entfernt und die Kanzel ersetzt. Das Zumauern beider Spitzbögen der Seitenaltarnischen sorgte für einen glatten Abschluss zum Innenraum hin. Der Vierzehn-Nothelfer-Altar (rechtes Seitenschiff) wurde mit dem Marien-Altar zusammengearbeitet: im Zentrum, vor einem Miniaturbild der Kirche, befindet sich die Gottesmutter mit dem Jesuskind, während auf der linken und rechten Seite die Nothelfer stehen. Im Rahmen der Zumauerung der Spitzbögen im Turm wurden 1959 eine Wendeltreppe zur verlängerten Empore und eine Treppe zum Gewölbe geschaffen. 1962 wurde der neue Taufstein im linken Seitenschiff aufgestellt. 1999 wurden die Spitzbögen der Seitenschiffe wieder freigelegt.

Glocken

1895 erhielt die Kirche ihr erstes Geläut. Es bestand aus 3 Glocken (e, gis, h), deren Gewicht sich insgesamt auf etwa 2000 kg belief. Im Zuge des Ersten Weltkrieges wurden 1917 zwei Glocken, die große und die mittlere, entfernt. Durch Sammeln von Spenden konnte das Geläut 1923 wieder vervollständigt werden.
1936 erhielt die Kirche ein harmonisch abgestimmtes Geläut bestehend aus 5 Glocken (aus Apolda) sowie einen elektronischen Antrieb dafür. Bereits 1942 wurden aber im Rahmen des Zweiten Weltkrieges vier der fünf Glocken abgenommen und nur die kleinste blieb der Kirche erhalten.
Ab 1951 konnte unter großer Anstrengung das Glockengeläut wieder vervollständigt werden:

  • 1951: Marien-Glocke (b')
  • 1952: Christ-Königsglocke (es')
  • 1975: Vitus-Glocke (f')
  • 1976: Albanus-Glocke (c')
Die Läutanlage wird seit 1992 von fünf Motoren angetrieben und elektronisch gesteuert.

Die Maria-Hilf-Kapelle und der Stationsweg

Maria-Hilf-Kapelle
Richtung Küllstedt gelegen wurde die Maria-Hilf-Kapelle zwischen 1758 und 1759 erbaut. Im Zuge einer Dachrenovierung wurde ein Türmchen aufgesetzt und eine kleine Glocke aufgehangen. Obwohl während des Zweiten Weltkrieges auch Kampfgeschehen unmittelbar auf dem Gelände der Kapelle stattfand, blieb diese glücklicherweise unversehrt. In den 50er Jahren kam es zur Umgestaltung der Außenanlagen. Dabei entstand eine Freifläche mit einer Altarinsel, um Gottesdienste im Freien zu ermöglichen.

Stationsweg
Ausgehend von der Marienkapelle führt ein Stationsweg bis zur Pfarrkirche. Direkt bei der Kirche befinden sich die 13. (in der Kirchhofsmauer) und die 14. Station (außen am Chor). Als Naturdenkmal mit der Bezeichnung "Lindenallee" steht der Stationsweg unter besonderem Schutz. 1852 konnte die Einweihung gefeiert werden. Die Stationsbilder von Maler Hunold (Heiligenstadt) waren auf Blech gemalt. Nachdem durch Witterungsschäden eine Renovierung nötig wurde, schuf der Bildhauer Anton Moormann 1912 die neuen Staionsbilder, die aus französischem Sandstein bestanden.